BIS IN DIE POREN
„Nein, lass mich, Mama, nicht fotografieren“, sagt meine ältere Tochter, während das Boot über den See prescht. Dabei verzieht sie das Gesicht so, dass ich genau weiß, ich darf es doch. Mein Mann muss selbst vor dem Dinner im Hotel noch eben was fertig machen. Das kleine Töchterchen vergnügt sich mit Licht und Schatten oder benutzt das Bett als Trampolin. Wenn sie groß ist, werde ich es ihr heimzahlen. Irgendwann. Und Licht und Schatten fallen in unsere altes Haus in Italien, beleuchten die Leiter, die mich daran erinnert, dass ich heute noch den Putz von der Decke kratzen wollte. Baustaub in den Haaren. Familienchaos. Mein Sommer. Er steckt mir noch in jeder Pore. Mit keinem möchte ich tauschen. Aber ich lasse Euch teilhaben. Spürst Du es?


